ALLERGOLOGIE
Angebot der Praxis Grundlagen der Diagnostik sind das allergiebezogene Gespräch, die Untersuchung der betroffenen Organe (im HNO-Bereich v. a. Nase, Nebenhöhlen, Kehlkopf, Bronchien) und die Allergietests.
Die Diagnostik von Nahrungsmittelallergien oder -intoleranzen erfolgt über Haut- und Bluttests, ggf. sind stationäre Provokationstests erforderlich.
Untersuchung, Ablauf, Zeitplanung Die Untersuchung mit Allergietest hat nur dann Sinn, wenn antiallergische Medikamente (außer Nasensprays oder Augentropfen) mindestens 2 Tage vorher abgesetzt werden. Ggf. Rücksprache mit meinen Mitarbeitern bei der Terminplanung. Der Pricktest auf der Haut dauert ca. 40 Minuten bis zum Vorliegen des Ergebnisses.
Informationen zum Thema Allergien sind keine Schwäche des Immunsystems, sondern eine Überreaktion desselben. Das bedeutet, der Körper setzt sich mit harmlosen Eiweißkörpern
Eine Allergie ist nach derzeitigem medizinischen Wissen nicht heilbar, aber gut behandelbar. Vor allem die Ausbreitung der Allergie von Reaktionsorgan zu Reaktionsorgan (sog. Etagenwechsel) lässt sich gut beeinflussen.
Ca. 40% - 50% der Heuschnupfen-Geplagten entwickeln im Lauf des Lebens Asthma. Jeder Allergiker hat Anspruch auf eine Therapie nach neuestem wissenschaftlichen Standard (zit. Prof. Zuberbier, Allergie-Centrum Charité)
Ursachen der Allergie Einzig sichere Ursache für eine Allergie ist die Vererbung. Wenn beide Eltern Allergiker sind, haben die Kinder ein Risiko von ca. 60%, selbst eine Allergie zu bekommen. Weiterer Grund für Allergien dürfte das immer vielfältigere Nahrungsangebot mit immer mehr potentiellen Allergenen und allergieauslösenden Zusatzstoffen sein.
Auch der „westliche“ Lebensstil mit Hygiene, weniger Infekten, keine Parasitenbelastung etc. kann das Immunsystem auf Fehlreaktionen hinführen. Vielleicht verändern auch Umweltschadstoffe die möglichen Allergene so, dass sie zum Angriffspunkt des Immunsystems werden.
Arten der Allergie Die bekannteste Manifestation einer Allergie dürfte der Heuschnupfen sein. Zudem kann sich eine Allergie an der Haut (allerg. Ekzem, Erythem), an den Augen (Konjunktivitis) oder in den Atemwegen (Bronchitis, Asthma) abspielen. Mischformen sind häufig.
Die bekannteste Manifestation einer Allergie dürfte der Heuschnupfen sein. Zudem kann sich eine Allergie an der Haut (allerg. Ekzem, Erythem), an den Augen (Konjunktivitis) oder in den Atemwegen (Bronchitis, Asthma) abspielen. Mischformen sind häufig.
Besonders eindrucksvoll und bedrohlich sind allergische Reaktionen dann, wenn eine heftige Reizantwort des Körpers erfolgt: bekannt sind Herz-Kreislaufreaktionen auf Insektenstiche (v. a. Biene, Wespe), Lippen- und Zungenschwellungen auf Nahrungsmittel oder Stiche, heftiger Durchfall mit Kreislaufbeschwerden auf Nahrungsmittel. Auch Reaktionen der Haut auf Kosmetika etc. können schwerwiegend verlaufen.
Nicht jede übersteigerte Reaktion des Körpers ist eine Allergie; die Allergologen unterscheiden Unverträglichkeitsreaktionen, Pseudoallergien, Idiosyncrasien u. a. von der eigentlichen Allergie. Das macht die Sache leider nicht leichter, hat aber strikte Auswirkungen auf die Behandlung.
Ähnliche Auswirkung wie eine Nahrungsmittelalergie hat auch die Histaminintoleranz, die durch ein Ungleichgewicht zwischen auffallendem Histamin (z.B. aus Nahrungsmitteln, Medikamenten) und Histaminabbau entsteht.
Die Allergien im Laufe des Lebens Die früheste Manifestation der Allergie dürften evtl. der Milchschorf sein, ggf. Nasenatmungsbehinderungen. Auslöser sind fast immer Nahrungsmittel. Im Kleinkindalter spielen zunehmend Aeroallergene wie Pollen oder „in-door“-Allergene wie Milben eine Rolle. Typischer Heuschnupfen oder auch das allergische Asthma treten ab Kindergarten-, Schulalter auf. Einige vermutlich allergiebedingte Hautreaktionen wie die Neurodermitis können sich spontan zum Schulalter bessern, die Spontanheilung ist hier nicht gering (was auch viele „Therapieerfolge“ erklärt.) Die Pubertät wird als Meilenstein in der weiteren Allergieentwicklung gesehen, oft wird eine Wende zum Besseren erhofft.
Bei Schwangerschaft kann sich eine Allergie aufgrund der hormonellen Umstellung erstmals entfalten, aber auch bessern oder weitgehend verschwinden.
Am wahrscheinlichsten sind stetig zunehmende Beschwerden in den ersten Lebensjahrzehnten, Allergien neigen hinsichtlich Allergenspektrum und Ausprägungsgrad zur kontinuierlichen Zunahme (Etagenwechsel von Nase/Auge zu den Bronchien, Asthma).
Mit dem Nachlassen der Reaktionsfähigkeit des Immunsystems ab ca. 60 Jahre gehen auch die allergischen Beschwerden zurück; jedoch können die Folgeschäden der jahrelangen Allergie weiter Beschwerden machen (z. B. Asthma, Nasenpolypen etc.).
Therapie der Allergie Aus dem Verlauf der allergischen Erkrankung mit Akut- und Spätschäden leitet sich eine klare Behandlungsindikation ab. Die beste Allergie-Prophylaxe ist Stillen des Säuglings, möglichst lange. Vermeidung von Zigarettenrauch in der Wohnung ist ebenfalls wichtig. Auch medikamentöse Therapiestrategien werden verfolgt: z. B. bestimmte Probiotika oder Nahrungsergänzungsmittel. Auch die hypoallergene Säuglingsernährung scheint hier Erfolge zu bringen. Generell gilt, die beste Therapie einer Allergie ist die Vermeidung des Allergens. V. a. Katzenallergiker haben da die optimale Therapieoption.
Therapie von Heuschnupfen und allergischer Bindehautentzündung: Eine gute symptomatische Therapie mit Antihistaminika oder lokal wirkenden Antiallergika hat einen bremsenden Effekt auf die weitere Krankheitsentwicklung. Je besser und früher eine Allergie behandelt wird, desto weniger Heftigkeit und Ausbreitungstendenz ist zu erwarten. Die heutzutage verwendeten Medikamente sind weitgehend nebenwirkungsfrei, können also von erfahrener Hand mit gutem Gewissen verordnet werden. Der Einsatz von Kortison als Tabletten oder Injektionen ist nur noch in wenigen Einzelfällen notwendig. Hingegen haben lokal eingesetzte synthetische Kortisonderivate (Nasenspray) einen hohen Stellenwert in der Behandlung erlangt, da sie vom Körper nur noch in Spuren aufgenommen werden und bei guter Wirkung somit keine Nebenwirkungen mehr entfalten. Alternativ kann eine Akupunktur-Behandlung die Symptome deutlich bessern, nach meinen Erfahrungen aber auch nur während der Behandlungszeit.
Therapie von Neurodermitis und Nahrungsmittelallergien: Ein schwieriges Unterfangen, da viele Cofaktoren diese Erkrankungen mitbeeinflussen können. Frustrierend ist oft schon die Suche nach den auslösenden Allergenen und Umständen.
Eine Zusammenarbeit mit Kinderarzt, Dermatologe und ggf. Klinik ist meist notwendig. Die angebotenen Behandlungen sind vielfältig und individuell zu planen. Aufgrund der oft nicht optimalen „schulmedizinischen“ Therapie werden hierbei Homöopathen, Antroposophen und andere Komplementärheiler bemüht.
BEi Nahrungsmittelallergien (und -intoleranzen), die teilweise als sog. Kreuzreaktionen zu Inhalationsallergien auftraten, ist meist die Meidung des auslösenden Allergens die einzig ursächliche Behandlung. Die Inhaltskennzeichnung von Lebensmitteln ist ein wichtiger Baustein dieser Therapie ("ECARF"-Siegel).
Therapie des Asthma: Nicht jedes Asthma ist allergisch bedingt, einige Asthmaformen haben neben der Allergie weitere Ursachen. Asthma ist eine Erkrankung der Bronchien, über die Jahre hinweg wird durch die allergisch-entzündliche Reaktion Bronchialgewebe zerstört. Somit sind allergisches Asthma oder als Frühform allergische Bronchitis konsequent zu behandeln, um irreversible Spätschäden zu vermeiden.
Die Behandlung steht auf 2 Füssen: der Schulung im Umgang mit Asthma und
Hyposensibilisierung, Desensibilisierung, spezifische Immuntherapie (SIT) Mit diesen Begriffen wird die derzeit einzige ursächliche Therapie der Allergie beschrieben: die Behandlungsoption, mit steigenden Allergendosen die Fehlreaktion des Immunsystems zur normalen Toleranzlage hin zu verändern. Das heißt, das allergieauslösende Allergen wird in steigender Menge unter die Haut des Oberarmes injiziert und der Körper lernt, das Allergen zu tolerieren. Am besten bekannt ist diese Therapie bei Bienen- oder Wespengiftallergikern. Die Erfolgsrate der Behandlung erreicht hier knapp 100%.
Erfolgversprechend ist die Hyposensibilisierung auch bei Gräser-, Getreide-
Für Kinder ab 3 Jahren steht die sublinguale Form der Immuntherapie (SLIT = spezifische sublinguale Immuntherapie) zur Verfügung, dabei werden eine definierte Anzahl von Tropfen unter die Zunge appliziert. Die Erfolgsaussichten sind nach derzeitiger Datenlage fast so gut wie die der injizierbaren Behandlung.
Hauptziele der Hyposensibilisierung sind neben der Symptomreduktion die Verhinderung des Etagenwechsels, also die Ausbreitung der Allergie von Nase/Auge zu den Bronchien (Asthma allergicum). Die spezifische Immuntherapie wird von den Krankenkassen bezahlt, soll aber nur von allergologisch erfahrenen Ärzten durchgeführt werden.
Links www.allergie-centrum-charite.de
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Dr. med. Bernhard Spahn Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenkrankheiten
Charlottenstr. 15 88045 Friedrichshafen
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